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2014

Malis Erbe auf der Flucht

Sicherung der aus Timbuktu geborgenen Manuskript-Bestände

Projektleitung

Prof. Dr. Michael Friedrich,

Dr. Abdel Kader Haïdara

English summary

As early as the 12th century CE, the city of Timbuktu in Mali, West Africa, was an important trading town and, as a junction of several key trading routes. The city’s cultural and academic importance is reflected in an immense number of scientific, philosophical and theological texts, written in Arabic and sub-Saharan languages from the ninth century onwards. The manuscripts, stored in around 35 private libraries and the national Ahmed Baba Institute in Timbuktu, are extremely significant for the written record of West-African history. When Islamic groups occupied northern parts of Mali in spring 2012 the entire stock of manuscripts, designated UNESCO World Heritage, was at risk of destruction. In the course of an eight-month rescue operation led by Dr. Abdel Kader Haïdara, roughly 285,000 manuscripts (95% of the total) were successfully retrieved from war-torn Timbuktu and taken to the capital city, Bamako, over 700 km away. However, the climate in Bamako, is damaging the hand-written works. The aim of a joint project by the German Foreign Office, international government and private partners and the Gerda Henkel Foundation is to secure, digitalize and restore the manuscripts being stored in Bamako and as such to ensure their accessibility for Malian and international research in the long term.

Manuskripte dicht an dicht in Metallkisten verpackt. In Kisten wie dieser wurden die Sammlungen aus Timbuktu gerettet.

[Bildquelle:

CSMC, Universität Hamburg

]

Timbuktu im 12. Jahrhundert: Oasenstadt – Knotenpunkt wichtiger Handelsrouten auf dem afrikanischen Kontinent – Zentrum für Gelehrte aus dem islamischen Maghreb und den Regionen südlich der Sahara. Die herausragende Bedeutung der Stadt im heutigen westafrikanischen Mali brachte es mit sich, dass dort über die Jahrhunderte hinweg von vielen Familien ein insgesamt riesiger Bestand an Handschriften gesammelt wurde. Knapp 400.000 Manuskripte umfassen die rund 35 privaten und staatlichen Bibliotheken Timbuktus, schätzt Dr. Abdel Kader Haïdara, Generaldirektor der nach seinem Vater benannten Bibliothèque Mamma Haïdara und Präsident der Nichtregierungsorganisation SAVAMA-DCI. Timbuktus Schriften behandeln naturwissenschaftliche, philosophische, ökonomische und theologische Themen. Sie sind zentral für die Kulturgeschichte Afrikas und die schriftliche Überlieferung der westafrikanischen Sprachen.

Als im Frühjahr 2012 Aufständische den Norden Malis besetzten, bedeutende Mausoleen zerstörten und in Timbuktu eine Bibliothek in Brand setzten, entschloss sich Haïdara gemeinsam mit vielen anderen Helfern, rasch zu handeln: In einer acht Monate andauernden geheimen Rettungsaktion wurden etwa 95% der Handschriften per Auto und Schiff in Metallkoffern in die 700 km entfernte Hauptstadt Bamako evakuiertIn einer acht Monate andauernden geheimen Rettungsaktion wurden etwa 95% der Handschriften in die 700 km entfernte Hauptstadt Bamako evakuiert. Dort war der Bestand einer anderen Gefahr ausgesetzt: Aus dem trockenen Wüstenklima in Malis Norden gelangten die Schriften in das von einer mehrmonatigen Regenzeit und hoher Luftfeuchtigkeit geprägte Klima im Süden. Es drohte die Entstehung von Schimmel und Abbauprozessen im Papier.

Zustand eines Manuskriptes vor (o.) und nach der Konservierung (u.)

[Bildquelle:

CSMC, Universität Hamburg

]

Ziel einer Kooperation des Auswärtigen Amts, weiterer internationaler staatlicher und privater Förderpartner sowie der Gerda Henkel Stiftung ist es, gemeinsam mit den malischen Partnern die Schriften in Bamako sicher aufzubewahren, zu digitalisieren, wenn nötig zu restaurieren und sie der Forschung zugänglich zu machen. Wissenschaftliche Expertise leistet das Centre for the Study of Manuscript Cultures der Universität Hamburg, das in Mali inzwischen zahlreiche Workshops durchgeführt hat. Seit 2013 haben malische Handschriften-Spezialisten bereits 70.000 Manuskripte katalogisiert und 54.000 digitalisiert. Erste Forschungsprojekte unter maßgeblicher Beteiligung junger malischer Wissenschaftler, etwa zu einem bedeutenden Teilbestand an Manuskripten in afrikanischen Sprachen, geschrieben in arabischer Schrift (Ajami), haben 2015 begonnen. Langfristig, so das feste Ziel Haïdaras, sollen die Handschriften wieder an ihren traditionellen Aufbewahrungsort verbracht werden – die Bibliotheken von Timbuktu.

Rettung der Manuskripte aus Timbuktu – Die Video-Reihe bei L.I.S.A.

L.I.S.A. - das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung widmete der Rettungsaktion und den Konservierungsarbeiten eine mehrteilige Video-Dokumentation.

Projektinformationen

Projekttitel Sicherung der aus Timbuktu/Mali geborgenen wertvollen Manuskript-Bestände
Projektleitung    Prof. Dr. Michael Friedrich, Dr. Abdel Kader Haïdara
Institution Universität Hamburg
Fachbereich Geschichte
Datierung 1100 n. Chr.

Karte

Projektort
   
Projektleitung
Dr. Abdel Kader Haïdara

2001

L'art pour l'Académie

 

1985

Gläserne Antike